Diclofenac-Gel: Hyaluronsäure zur Behandlung von Hautkrebs


In Sachen Tumore kommt nichts so häufig vor wie er: Der so genannte helle Hautkrebs. Im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs, dem Melanom, ist er noch vergleichsweise harmlos, da er nur selten Metastasen in anderen Organen ausbildet. Dennoch ist ein frühzeitiges Erkennen vonnöten, um hellen Hautkrebs nachhaltig (und vor allem spurlos) zu entfernen.

Bisher waren chirurgische Eingriffe oft die einzige Möglichkeit, den Krebs in den Griff zu bekommen beziehungsweise ihn dauerhaft zu entfernen. In der Testphase befinden sich aber nun mehrere andere Therapien, die bisher sehr erfolgversprechend sind. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Vismodegib, welcher die Überaktivität von Zellwachstum-Signalwegen einschränkt (die genannte Überaktivität fördert das Wachstum von Karzinomen und ist daher quasi „Dünger für den Krebs“). Die Anwendung dieses Wirkstoffes in Form von Tabletten bewirkte bei einer großen Anzahl an Patienten ein deutliches Schrumpfen der Tumore.

Sonnenbaden - eine der häufigsten Hautkrebs-Ursachen

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Weiterhin wird derzeit mit weniger chemischen Heilmitteln experimentiert. Aus dem Saft der gemeinen Garten-Wolfsmilch wurde erfolgreich eine Substanz isoliert, die, so scheint es zum gegenwärtigen Zeitpunkt zumindest, mit positiven Ergebnissen gegen ein frühes Stadium des weißen Hautkrebs (Aktinische Keratose) eingesetzt werden kann.

Unter der Voraussetzung, dass der Hautkrebs frühzeitig erkannt wird und noch nicht in die Tiefe gewuchert ist, kann er gut mittels gewisser Cremes behandelt werden, welche die Wirkstoffe Imiquimod und Diclofenac mit Hyaluronsäure enthalten. Erstgenannter Wirkstoff aktiviert das Immunsystem, welches sodann besser gegen Viren und Tumore kämpfen kann. Imiquimod ist seit Juli 2011 für die Behandlung von aktinischen Keratosen zugelassen.

Diclofenac-Hyaluronsäure hat bei der Behandlung von frühzeitig erkanntem Hautkrebs eine hohe Erfolgsquote mit nur wenig bekannten Nebenwirkungen (lokal auftretender Juckreiz oder Hautausschlag, meistens auf die Stelle(n) der Anwendung beschränkt), wohingegen alternative Behandlungen wie chirurgische Eingriffe nicht nur schmerzhaft, sondern häufig auch mit bleibenden kosmetischen Beeinträchtigungen einhergehen und von einem langwierigen Heilungsprozess begleitet werden. Die Hyaluronsäure nimmt hier eine besondere Stellung ein: Sie fördert das Eindringen des Wirkstoffs Diclofenac in die Haut und sichert einen Verbleib am Zielort, wodurch die Wirksamkeit gefördert wird. Angewendet wird Diclofenac-Hyaluronsäure-Gel zweimal täglich über einen Behandlungszeitraum von 90 Tagen.

In Deutschland ist ein solches Gel in Form des verschreibungspflichtigen Medikaments Solaraze® erhältlich. Zuvor muss eine entsprechende Diagnose durch den behandelnden Arzt gestellt werden.

Bild: flickr/ Arek Olek

Einsortiert in: News am 28. Oktober von


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