„Leberfibrose“ bedeutet soviel wie eine Vernarbung der Leber. Sie ist oft die Vorstufe von chronischen Lebererkrankungen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose. Diese Krankheiten gehören weltweit zu den 10 häufigsten Todesursachen. Ein neuer, automatisierter Biomarkertest von Siemens soll nun helfen, Leberfibrose bei Patienten frühzeitig zu erkennen.
Bis jetzt konnte nur mittels einer Biopsie festgestellt werden, wie weit der Grad der Erkrankung bereits vorangeschritten ist und welche Therapie eingeleitet werden muss, um das Progressionsrisiko weitestgehend einzudämmen. Abgesehen davon jedoch, dass dieses Verfahren schmerzhaft ist und auch nur einen minimalen Ausschnitt des Organs auf Vernarbungen testen kann, dauert es bis zu einer Woche, bis die Ergebnisse vorliegen.
Siemens hat nun einen automatisierten Biomarkertest entwickelt, der unter dem Namen Enhanced-Liver-Fibrosis (ELF) bekannt werden soll und eine wesentliche Verbesserung im Bereich der Diagnostik von Leberfibrose verspricht. Klinischen Studien zufolge liefert der ELF-Test den Fibrosegrad des geschädigten Organs ebenso zuverlässig wie eine Biopsie, wobei die Testergebnisse innerhalb einer Stunde vorliegen. Der standardisierte und automatisierte Bluttest erlaubt es Ärzten, den Grad einer Leberfibrose genau zu beurteilen, ohne dass dem Patienten Unannehmlichkeiten durch Gewebeentnahmen entstehen. Basierend auf drei Blutserum-Biomarkern (Hyaluronsäure, Procollagen III NTerminal Propeptid und Metalloproteinase 1) kann mittels dieses Tests der Grad der Erkrankung errechnet werden, ohne dass extra auf Alter, Geschlecht oder genetische Besonderheiten der Patienten geachtet werden müsste.
Ob und wann das Produkt in einzelnen Ländern dieser Welt erhältlich ist, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Medizinproduktrechtliche Vorgaben der jeweiligen Länder verbieten unter Umständen Einfuhr und Verkauf. Interessenten erhalten Informationen bei den verantwortlichen Siemens-Organisationen.
Bild: flickr/euthman



Keine Kommentare
Aktuell gibt es noch keine Kommentare
RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.
Hinterlasse ein Kommentar